Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam…

21.04.2012

… und manchmal beides gleichzeitig. Doch genau das hätten wir zu Beginn des  KSG- Fußballsamstages nie geahnt.

Frohen Mutes trafen alle Fußballbegeisterte der Ost-KSGn in Leipzig zum diesjährigen KSG-Fußballturnier ein, auch die KSG Jena, die wie immer mit Pünktlichkeit und überragender Fitness aller SpielerInnen glänzte. Nach dem 4. und 8. Platz im KSG-Fußballturnier letztes Jahr, war die Motivation der Mannschaft auf dem Höchstniveau, dieses Mal mit aller Kraft nach dem Sieg zu streben. Trainer Stefan und Kapitän Lukas haben deshalb viele Nachtschichten eingelegt, um die perfekten Aufstellungen für unsere beiden Teams zu finden. Neben den beiden Mannschaften aus unserer KSG (Jena 1 und Jena A) folgten Gastgeber Leipzig mit zwei Teams, Erfurt, Halle, Magdeburg und Dresden dem Ruf nach einem fairen und spannenden Fußballturnier. Nach der Gruppenauslosung standen sich dann Jena 1, Leipzig 1, Magdeburg und Dresden in der einen und Jena A, Erfurt (Turniersieger aus dem letzten Jahr), Halle und Leipzig 2 in der anderen Gruppe gegenüber.

Anders als vielleicht zuerst vermutet, zeigte Jena A im Eröffnungsspiel überragende Leistung und überraschte ihren Gegner, Leipzig 2, mit schnellen, zielgenauen Pässen und raschen Kontern, sodass der Sieger des ersten Spieles die gelbe Farbe trug. Umso motivierter standen wir nun dem ersten Ortsderby gegenüber. Der Fußballgegner Jenas schlechthin (bedrohliche Melodie). Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass dies Erfurt ist. Auch wenn ich nicht mehr alle Einzelheiten erinnern kann, ist doch das Wichtigste, dass Jena A nach wenigen Minuten dank Nils H. glorreich in Führung ging und dem Rivalen den ersten Schlag versetzte. Umso ärgerlicher war es dann, dass Erfurt kurz vor Schluss aus einer Standardsituation heraus den Ball zufälligerweise an der richtigen Stelle traf und er durch reines Glück ins Netz rollte. Mit den verdienten 4 Punkten stand unsere erste Mannschaft dennoch sicher im Halbfinale. Daher war der Endstand des Spieles gegen Halle beinahe egal, sodass die 1:2 Niederlage Keinen weiter störte, außer vielleicht Halle, die ja trotz des Sieges keine Runde weiterkamen.

Anders als Jena A, die sich am Vortag einspielen konnten, stand Jena 1 ihrem ersten Turniergegner etwas unvorbereitet gegenüber. Doch dank überragender Fußballgrößen ließ die Führung nicht lange auf sich warten. Dennoch merkte man uns die Unabgestimmtheit an, welche leider in einem Gegentor mündete, sodass das Spiel mit einem Unentschieden endete. Mehr Glück sollte uns im nächstem Turnierspiel beschieden sein, denn nach dem etwas trägem Auftakt gegen Leipzig und nach einer mühseligen ersten Halbzeit gegen Dresden, nach der dann auch noch der treffsicherste Spieler des Turniers Sebastian S. verletzt ausfiel, preschte Trainer Stefan G. aus dem Mittelfeld hervor und konnte den Ball so spielen, dass Johannes P. diesen wunderschönen Sololauf durch ein Tor abschließen konnte. Voller Elan konnten wir dann auch das dritte Spiel gegen Magdeburg mit Bravour meistern, indem Stefan neue fußballerische Dimensionen erreichte: „Ich habe noch nie ein Kopfballtor geschossen.“ Da unser Trainer glücksbeseelt das Spiel dann als „Motivations-Auftankstation“ deklarierte, reihte sich danach beinahe jeder in die Torschützenliste ein … außer ich … und Torwart Lukas.

Wer nun gut aufgepasst hat, wird verstehen in welchem Dilemma sich die KSG Jena nun befand. Jena 1 hat sich durch die beiden Siege und einem Unentschieden auf den ersten Tabellenrang seiner Gruppe gekämpft und stand somit im Halbfinale dem Tabellen-Zweiten der anderen Gruppe gegenüber – und wer sollte das auch anderes sein als unsere eigene zweite Mannschaft Jena A. So sollten wir unseren eigenen Brüdern und Schwestern auf dem Feld gegenüberstehen, einem Problem welches sich die Klitschko – Brüder  nie gestellt haben. Wenn die Zuschauer zu Beginn der Partie zwei Mannschaften auf dem Feld gesucht haben, sollten sie sich über den großen Kreis in der Mitte des Spielfeldes mit mehr als den üblichen 7 Spielern pro Mannschaft gewundert haben. Denn genau in diesem Kreis aller KSG-Spieler beider Mannschaften sprach Ex-Trainer Martin B. die folgenden motivierenden Worte: „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam… und manchmal auch beides gleichzeitig.“ Tja, und wie sollte es auch anders sein: Recht hatte er damit auf alle Fälle. Denn obwohl es ein Spiel um Sieg und Niederlage, um den Einzug ins Finale und um die Möglichkeit, am Ende des Turniers den Pokal in den Händen zu halten, war, wich der eigentlich angebrachte Biss und Durchsetzungsgeist dem Spaß und der Freude an dem gemeinsamen Spiel. So war es dann auch für alle unbedeutend, wie das Spiel ausging. Jena A stand im Spiel um Platz drei dann ihrem alten Gegner Erfurt und Jena 1 im Finale Leipzig 1 gegenüber.

Das kleine Finale sollte zu dem Spiel des Tages werden. Die Halbzeiten waren durchzogen von purem Nervenkitzel, dem die beiden Mannschaften, Jena A und Erfurt, gekonnt standhielten. Auch wenn es bis zum Ende der zweiten Halbzeit einige Chancen auszustehen gab, blieben die 16min dennoch torfrei und so schrie es regelrecht nach Elfmeterschießen. Erfurt fühlte sich sichtlich sicherer, da sie Leipzig letztes Jahr im K.O.- Schießen „klar“ mit 1:0 besiegt hatten. Außerdem waren sie sich des Vorteils bewusst, dass unser Torwart Max K. keine Elfmetererfahrungen vorweisen konnte. Doch sie sollten sich getäuscht haben. Die Stärke der Max’schen Nerven stellte selbst die Dicke der Torpfosten in den Schatten, die jedes Mal erzitterten, wenn der Jubel der gelben Mannschaft über ein erneutes Tor unserer Schützen oder einen gehaltenen Elfmeter von Max über den Platz schallte. Der letzte Schuss besiegelte es, Max hielt ihn und war der Star des Tages und wurde wortwörtlich auf Händen getragen.

Diese Euphorie konnte anhalten und in das nächste Spiel der Jenaer KSG übergehen. Mit Adrenalin in den Venen und dem Hochgefühl in den Knochen startete auch Jena 1 in das letzte Spiel des Turniers. Die Abwehr stand sicher, besser als bei dem ersten Spiel gegen den gleichen Gegner, sodass Lukas nur wenige, aber dafür sichere Bravourleistungen zeigen konnte und unser Tor ballfrei blieb. Das andere Tor war empfänglicher für das runde Leder und schloss dieses in der Mitte der zweiten Halbzeit zufrieden in sein Netz. Ja, auch wenn dieses Spiel mit 1:0 nicht ganz so spannend war, wie das vorangegangene, handelte es sich hier doch um das Finale und nach 16 min war es amtlich: Jena hatte sich an diesem erfolgreichen Tag sowohl auf den dritten als auch auf den ersten Platz gedribbelt.

Diese Leistung ist natürlich nicht ausschließlich einzelnen Spielergrößen zu verdanken, auch wenn durch Max’ Torwartfähigkeiten und Trainer Stefans Taktik- und Motiva-tionskünsten das Team immer wieder neu beflügelt wurde, sondern der gesamten Mannschaft, die wie ich finde, den größten Teamgeist an diesem Tag bewiesen hat und stolz auf seine – unsere Leistungen sein kann. Wir dürfen uns auf das Turnier im nächsten Jahr und die damit anstehende Titelverteidigung in einem bis jetzt noch unbekannten Ort freuen und möchten uns auch an dieser Stelle bei Leipzig als Gastgeber herzlich bedanken.

In diesem sportlichem Sinne
Die PrÖa – Beauftragte

2 Gedanken zu “Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam…

  1. Habe mich mal eben registriert und muss schon sagen, dass es Spaß macht, in den (Fußball-)Erinnerungen zu schwelgen!! Toller Bericht!! Die beiden Ex-PrÖas Steffi und Peter werden schmerzlich vermisst … vom diesjährigen (Dresden) und letztjährigen Turnier (Halle) fehlt der Bericht noch 🙁

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